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Was ist die Rolle des Planspielleiters?

Im Planspiel-Seminar werden die betriebswirtschaftlichen Grundlagen durch den Seminarleiter in Lehrgesprächen zwischen den einzelnen Entscheidungsrunden vertieft. Insbesondere mit Bezug auf die konkreten Situationen im Planspiel. Darüberhinaus kann auch der Bezug zum Unternehmen selbst hergestellt werden, sei es durch den Seminarleiter oder durch Mitarbeiter des Unternehmens aus den entsprechenden Bereichen (z.B. Leiter Fertigung, Leiter Controlling ...). Der Seminarleiter unterstützt die Teilnehmer durch entsprechendes Hinterfragen, Eingehen auf Verständnisprobleme, aktuelle Beispiele etc. Nicht zuletzt ist die Reflexion der Ergebnisse gemeinsam mit dem Seminarleiter ein wichtiger Beitrag, um das Erlebte und die Erkenntnisse aus dem Planspiel richtig zuzuordnen. Ein Seminarleiter verhindert dadurch, dass falsche Erkenntnisse "hängenbleiben", z.B.
  • Dass Ursachen und Wirkungen falsch eingeschätzt werden ("Wenn wir auf Masse gehen, dann werden wir Gewinne machen". - Was sind aber die Konsequenzen der Masse, ist das Unternehmen dafür gerüstet, wie reagiert der Markt?)
  • Dass das Potential, welches die Planspielunternehmen hatten, falsch eingeschätzt wird (man kann auch schon mit kleinen Erfolgen zufrieden sein).
  • Dass die Langfristchancen des bis dahin geführten Unternehmens falsch eingeschätzt werden (Extrapolation der Ergebnisse).

Wie viel Einweisung in das Planspiel ist nötig?

Bei entsprechenden betriebswirtschaftlichen Kenntnissen kann ein Planspielleiter ein einfaches Planspiel aufgrund einer guten Dokumentation so gut kennen lernen, dass er es ohne weitere Einweisung durchführen kann. Bei komplexen Planspielen ist eine ein- bis zweitägige Einweisung empfehlenswert, aber nicht Bedingung. TATA Interactive führt hierzu beispielsweise 2-tägige Seminarleitertrainings durch.

Fernplanspiele über das Internet?

In Abhängigkeit von den Lernzielen, die mit dem Planspieleinsatz verfolgt werden, muß die optimale Planspielkonfiguration bestimmt werden. In manchen Fällen kann dabei anstelle eines Präsenztrainings auch ein internetbasiertes Fernplanspiel die optimale Lösung darstellen. Vorteile eines internetbasierten Planspiels sind u.a. die höhere Flexibilität hinsichtlich der Einbindung räumlich entfernter Teilnehmer, sowie hinsichtlich der Zeitplanung der Teilnehmer (z.B. durch ein Lernen am Arbeitsplatz). Die BASF AG, Metro AG, BFZ Bildungsforschung Nürnberg, Universität Tübingen, Fachhochschule Furtwangen, Sic Consulting (Wien, Management-Cup Österreich) sowie die Berufsakademie Karlsruhe führen bereits erfolgreich Fernplanspiele über das Internet durch.

Wozu die Konkurrenz mit anderen Planspiel-Teilnehmern?

Im Planspiel agieren mehrere Unternehmen unmittelbar gegeneinander. Die Konkurrenzsituation fordert von den Teilnehmern bei der Entscheidungsfindung nicht nur die Analyse der Situation des eigenen Unternehmens, sondern auch der Situation und der Handlungsspielräume der Konkurrenten. Sie stellt die Teilnehmer auch immer wieder vor neue unerwartete Situationen, auf die sie reagieren müssen - wie in der Praxis. D.h. auch, sie müssen ihr Unternehmen so führen, dass sie bei Konkurrenzaktionen über entsprechende eigene Handlungsspielräume verfügen. Die Konkurrenzsituation zeigt, wie wichtig laufende Konkurrenzanalyse und das Benchmarking sind. Das Agieren unter Konkurrenzbedingungen fördert insbesondere das strategische Denken.

Welche Rolle spielt die Teamarbeit?

Das Arbeiten im Team spielt eine wesentliche Rolle und bringt sehr wichtige Erfahrungen für die Praxis, da auch Unternehmen i.a. nicht von einzelnen Personen geführt werden:
  • Die Dinge von verschiedenen Seiten sehen, auch Argumente der anderen in die eigenen Überlegungen einbeziehen.
  • Notwendigkeit, sich im Team auf eine gemeinsame Strategie zu einigen.
  • Sinnvolle Arbeitsteilung mit geeigneter gegenseitiger Information.
  • Die Fähigkeit entwickeln, im Team auch unter Zeitdruck die relevanten Informationen zu erfassen und in Entscheidungen umzusetzen.
  • Ein gut organisiertes Team mit klarer Strategie hat immer gute Ergebnisse.
  • Teams, deren Mitglieder sich untereinander uneins sind, haben schlechtere Ergebnisse.
Planspiele werden daher teilweise auch eingesetzt, um den gruppendynamischen Prozess in den Vordergrund zu stellen (z.B. in der Potentialanalyse oder im Assessment Center). Hier ist das Planspiel der gemeinsame rote Faden, um für die einzelnen Mitglieder und als Gruppe zu erfahren, wie Entscheidungen in einem hart umkämpften Markt im Team letztendlich getroffen werden.

Funktionieren die Planspiele auch als Selbstlernversion?

Im Selbstlernplanspiel spielt der Teilnehmer gegen eine voreingestellte Konkurrenz. Somit kann es dabei nur darum gehen, unter gegebenen Randbedingungen schrittweise die eigenen Entscheidungen zu verändern und zu schauen was passiert. Ohne Zeitdruck, was ja auch dem Sinn des Selbstlernens entspricht. In Selbstlernplanspielen fehlt der Gruppenprozess, bzw. kann nur unvollkommen nachgebildet werden. In Selbstlernplanspielen kann man immer wieder neu probieren. Teamfähigkeit und strategisches Agieren unter Konkurrenzbedingungen können damit nicht trainiert werden.